TAFELRUNDEN

TAFELRUNDEN

Vor fünf Jahren begann ich, Freunde in meinen eigenen vier Wänden mit mehrgängigen Menüs zu bekochen und dazu die passenden Weine zu servieren. Gerade erst hatte ich als Praktikantin angefangen, in einer professionellen Küche zu arbeiten und suchte nach einer Möglichkeit, nebenbei meine kulinarischen Ideen und eigenen Vorstellung von Gastfreundschaft umzusetzen. Das Interesse an meinem Gastrokleinstprojekt stieg in den vergangenen Jahren stetig – zuerst kamen Freunde, dann Freunde von Freunden und schliesslich völlig fremde Menschen, die sich für diese Art eines kulinarischen Erlebnisses in geselliger Runde im halbprivaten Rahmen interessierten. Menschen jeden Alters, aus allen Berufsgruppen, kamen so an unserer Tafel zusammen. Wenn sich an einem Abend ein Koch und ein Foodblogger, eine Prinzessin und eine Regisseurin, eine Rabbinerin und ein Hausmann gegenübersassen, nahm der Abend nicht nur für unsere Gäste einen spannenden Lauf, sondern wurde auch für uns Gastgeberinnen zur Bereicherung. Neben der sozialen Komponente, kommt ein Essen in diesem Rahmen auch dem wachsenden Bedürfnis nach einem persönlichen Bezug zum Essen nach: der Gast lernt die Menschen kennen, die die Gerichte auf seinem Teller zubereitet haben, und erfährt etwas über die Produzenten, die hinter den verarbeiteten Lebensmitteln stehen. Ich bin überzeugt davon, dass Essen so bewusster und genussvoller wahrgenommen wird. Bis Ende 2013 hiess mein Supperclub-Projekt «a tavola!», seit Mitte 2014 gibt es ein neues Projekt, den «Wellenberg 5».